Einblick in die Retraite 2026
01. Februar 2026, 00:00
Erneut fand die Jubilate-Jahresretraite an der Theologischen Hochschule in Chur statt. Mitarbeitende und Gäste tauschten sich über den Projektstand aus und arbeiteten intensiv zu den Schwerpunktthemen "Feiern" und “Verdichtung Liedauswahl”
Johannes Diederen, Redaktor der Online-Zeitschrift “Musik und Liturgie”, nahm erneut an der Jubilate-Retraite teil und berichtete in “Musik und Liturgie” darüber. Vielen Dank, dass wir den Beitrag auch hier veröffentlichen dürfen.
Weitere Bilder der Retraite finden Sie bei den Jubilate-Impressionen.
Jubilate - Die Retraite 2026
Inzwischen ist sie schon fast zu einer schönen Tradition geworden, die Retraite Jubilate – Chance Kirchengesang. Dieses Jahr fand sie am 16. und 17. Januar wiederum in den Räumlichkeiten der Theologischen Hochschule Chur statt. 31 Personen waren der Einladung des Projektteams gefolgt
m&l, Johannes Diederen, 1. Februar 2026
Es war wie ein Nachhausekommen. Die Retraite fand inzwischen im vierten Jahr in Folge statt. Davon zum dritten Mal in Chur. Die meisten Teilnehmenden waren schon mindestens einmal, manche sogar bei jeder Durchführung, dabei gewesen. Das schafft Vertrauen und lässt einen Gedankenaustausch noch schneller auf inhaltlich relevante und tiefere Ebenden gelangen. Wir fassen die wichtigsten Momente zusammen.
Das Programm
Die Ziele des Treffens waren auf dem Tagungsprogramm in drei Punkten umrissen:
- Informationsaustausch
- Verdichtung der Liedauswahl für das gedruckte Gesangbuch Jubilate
- Gemeinsam feiern und daraus Erkenntnisse festhalten
Besonders das gemeinsame Feiern und die anschliessende Reflektion und Diskussion darüber, wie die Feiern erlebt wurden, hat beim Autor den tiefsten Eindruck hinterlassen. Die Auseinandersetzung mit neuen Formen, die auch die Chance geben, neues und anderes Liedgut einzusetzen, darf einen grossen Stellenwert haben.
Nach einer inspirierenden Begrüssung und einem kurzen Rückblick auf die Arbeiten des vergangenen Jahres ging es in Gruppen daran, eine Reihe von Liedern, die in der engen Auswahl für das neue Kirchengesangsmedium stehen, zu sichten, diskutieren und diese Auswahl nochmals zu filtern. Herausfordernd war in den jeweiligen Gruppen schon, die Kriterien dieser Filterung zu definieren. Bereichernd für die persönliche Wahrnehmung von Gesängen war dieser Prozess allemal.
Verdichtung der Liedauswahl für das gedruckte Gesangbuch Jubilate
Vier Themengruppen hatten also die Aufgabe, eine jeweils vorgegebene Auswahl von Gesängen zu besprechen und in Kategorien «sehr wichtig», «nice to have» und «brauchen wir nicht» einzuteilen. Eine Gruppe untersuchte Lieder aus dem Gotteslob [1], Eine zweite widmete sich Liedern, die eher in der Kategorie Popularmusik [2] angesiedelt wurden. Gruppe Nummer drei sichtete Gesänge aus Taizé [3], während die letzte Gruppe sich mit Kompositionen auf Texte von Huub Oosterhuis [4] auseinandersetzte.
Die anschliessenden Kurzpräsentationen der einzelnen Ergebnisse im Plenum erlaubten einen Einblick in die Diskussionen und Entscheidungsfindungen der jeweiligen Themengruppen. Man hätte sich gewünscht, bei der einen oder anderen selbst dabei gewesen zu sein.
Informationsaustausch
Unter dem Stichwort «Informationsaustausch» liess Andreas Hausammann die Anwesenden erleben, wie die Entwicklung des Projektes «enchanté – gemeinsam singen in der kirche» weitergeht. Auch unsere reformierte Schwesterkirche verfolgt mit ihrem Projekt eine Belebung und Erneuerung des Singens im religiösen Umfeld. Zudem entwickeln «Jubilate» und «enchanté» den digitalen Gottesdienstplaner und die digitale Servicestruktur gemeinsam.
Jubilate-Projektleiterin Sandra Rupp Fischer informierte unter anderem zum äusseren Gestaltungsprozess der vorderhand gedruckten neuen Kirchengesangsbücher «Jubilate». Dass dieser Prozess neben der inhaltlichen Gestaltung einen wichtigen Beitrag zum Gelingen des Ganzen liefert, wurde nachvollziehbar, als erste Entwürfe präsentiert und deren Vor- und Nachteile gegenübergestellt wurden.
Gemeinsam feiern und daraus Erkenntnisse festhalten
Drei Feiern bildeten wohltuende Oasen zwischen den von vielen Gesprächen und Informationen geprägten Workshops. Dass die Theologische Hochschule Chur über stimmungsvolle Räume verfügt, in denen es sich gut feiern lässt, verhalf den Feiern zu einer besonderen Wirkung. Im Oratorium gestalteten die Jubilate-Projektteammitglieder Birgit Jeggle-Merz und Monika Poltera-von Arb mit allen Anwesenden gemeinsam eine WortGottes- und eine SegensFeier. Ein eindrücklicher Moment war die Mitfeier einer Adoray-Feier in der Seminarkirche mit der Adoray-Band Chur und mit Jubilate-Kommissionsleiter Fabio Theus.
Dem Grundgedanken folgend, aus den individuellen Erfahrungen beim Feiern Rückschlüsse für die inhaltliche Feinarbeit an den Kirchengesangsmedien ziehen zu können, wurden alle Feiern anschliessend in einer Diskussion evaluiert. Dies hinterliess nicht etwa einen technisch-nüchternen Eindruck, sondern wurde vom Schreibenden als zusätzliche Vertiefung erlebt.
Abschliessend durften wichtige Informationen zum Stand des digitalen Gottesdienstplaners nicht fehlen, der sich interaktiv und intuitiv bedienbar zeigt. Auch zeigte ein kurzer Ausblick auf die wichtigsten kommenden Meilensteine und Arbeiten, dass zwar noch viel zu tun ist, dass aber das Jubilate-Projektteam zuversichtlich ist, dass der avisierte Fahrplan eingehalten werden kann, damit der avisierte Fahrplan eingehalten werden und das Buch und der digitale Gottesdienstplaner ab 1. Advent 2028 vorliegen kann.
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Zur Zeitschrift “Musik und Liturgie”
[1] Das Gotteslob ist das gemeinsame Gebet- und Gesangbuch aller deutschsprachigen katholischen Bistümer (ausser der Schweiz). Das Gesang- und Gebetbuch wurde zehn Jahre lang komplett überarbeitet und erschien zum ersten Advent 2013 in völlig neuer Fassung.
[2] wobei der Begriff "Popularmusik" hier nicht im sonst üblichen Wortsinne gemeint war, der Pop-, Rockmusik umfasst, sondern weiter gefasst auch Lieder im Volkston oder neoklassische Kompositionen meinte.
[3] Zur Communauté von Taizé gehören heute rund achtzig Brüder verschiedener kirchlicher Herkunft – Katholiken, Anglikaner und evangelische Christen – aus nahezu dreissig Ländern. Schon durch ihre blosse Existenz ist die Communauté ein „Gleichnis der Gemeinschaft“: ein konkretes Zeichen der Versöhnung zwischen getrennten Christen und getrennten Völkern. Sie pflegt ein eigenes, meditatives Liedgut in verschiedenen Sprachen.
[4] Huub Oosterhuis Sprache ist in der Geschichte aussergewöhnlich: er verbindet befreiende Theologie mit grosser poetischer Kraft und schreibt in einer Sprache, die berührt.