Einblick in die Arbeiten der Kommission Wort

01. April 2026, 00:00

Die Wortkommission im Jubilate-Projekt - ihre Aufgaben und ihr Beitrag

Auf den ersten Blick könnte man meinen, für ein neues Kirchengesangbuch genüge es, vertraute und beliebte Kirchenlieder zusammenzustellen und diese durch einige moderne Gesänge zu ergänzen. Und tatsächlich wird ein Gesangbuch im Gottesdienst häufig dann geöffnet, wenn ein Lied angestimmt wird. Doch ein katholisches Kirchengesangbuch ist mehr als eine Liedsammlung: Es ist ein Gesang- und Gebetbuch, das zahlreiche Elemente für die liturgische Feier bereithält – Gebete, Fürbitten, geistliche Texte und vieles mehr.

Aus diesem Grund wurde zu Beginn des Jubilate-Projekts eine Wortkommission eingesetzt. Ihre Aufgabe ist es, die sprachlichen und textlichen Bestandteile des zukünftigen Buches zu erarbeiten und zu gestalten. Zunächst beschäftigte sich die Kommission intensiv mit der grundlegenden Konzeption des Jubilate-Buches:

Wie soll das Buch aufgebaut sein?
Wie wird es für alle Nutzerinnen und Nutzer übersichtlich und gut zugänglich?
Und wie kann die Struktur zugleich eine theologische Aussage vermitteln?

Als Leitlinie wurde Artikel 7 der Liturgiekonstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils gewählt. Dort wird beschrieben, auf welche Weise Christus im Gottesdienst gegenwärtig ist: in der versammelten Gemeinde (Mt 18,20), im Gebet und Gesang, im Hören auf die Schrift und in der Feier der Sakramente. Dieser Gedanke prägt den Aufbau des Jubilate-Buches.

So beginnt das Buch mit einfachen Gebetsformen und kurzen Anleitungen, die dazu einladen, sich Gott auch in kleinen Alltagsmomenten zuzuwenden. Schritt für Schritt führen die Texte dann in umfangreichere Formen ein, etwa das gemeinsame Morgenlob, das Mittagsgebet oder Segensfeiern. Darauf folgen Anregungen und Beispiele, wie das Wort Gottes im Mittelpunkt stehen kann, bis hin zu ausgearbeiteten Wort-Gottes-Feiern. Anschliessend werden Texte zu den Sakramenten und zu zahlreichen kirchlichen Festen bereitgestellt.

Da ein gedrucktes Buch nur begrenzten Platz bietet, können nicht alle liturgisch wertvollen Materialien vollständig aufgenommen werden. Besonders die 150 Psalmen – idealerweise in verschiedenen Übersetzungen und musikalischen Fassungen – lassen sich nicht vollständig abdrucken. Umso wichtiger ist deshalb die Plattform «Gottesdienstplaner», über die jene Materialien, die im Buch keinen Platz finden, langfristig zugänglich sein werden.

Mit diesem Zusammenspiel von Buch und digitalem Angebot erfüllt die Kirche der Deutschschweiz den konziliaren Auftrag, die Gläubigen nicht «wie Aussenstehende und stumme Zuschauer» am Gottesdienst teilnehmen zu lassen, sondern ihnen ein tieferes, bewussteres Mitfeiern zu ermöglichen und sie durch das Wort Gottes zu stärken (vgl. SC 48).

Fabio Theus, Kommissionsleitung